Recht und Gesetz

Vigier Ciment hält sich in seinen ökologischen Bemühungen an die Richtlinien der Umweltgesetzgebung. Nachfolgend ein paar Grundlagen zur Verwertung von Abfällen in Zementwerken, welche bis 2015 in einer Richtlinie vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) geregelt wurde. Seit 2016 gilt eine neue Verordnung über die Vermeidung und die Entsorgung von Abfällen (Abfallverordnung, VVEA), welche diese Grundlagen übernommen und vereinfacht hat.

Richtlinien und Gesetze

Abfälle dürfen in der Zementindustrie dann entsorgt werden, wenn dies

  • ökologisch vorteilhafter ist, als irgendeine andere Art der Entsorgung
  • in Einklang mit der Abfallplanung der Kantone und des Bundes steht
  • eine ökologischere Ressourcenbewirtschaftung nicht konkurrenziert.

Darüber hinaus gelten folgende Grundsätze:

  • Die Entsorgung im Zementwerk muss einen Verwertungssinn machen, d. h. tatsächlich benötigte Brennstoffe, Rohmaterialstoffe, Zumahlstoffe oder Betriebsstoffe ersetzen.
  • Die bei der Verwertung unumgängliche Verdünnung von systemfremden Stoffen ist zu minimieren.
  • Die Verwertung soll für den entsprechenden Abfall eine Gesamtlösung bieten, d. h. keine Folge-Entsorgungsprobleme für die Allgemeinheit verursachen.

Umwelttoleranzwerte

Diese bezwecken, dass die Belastungen der Umwelt nicht zunehmen, wenn das Zementwerk Abfallarten anstelle von herkömmlichen Rohstoffen einsetzt. Es sind Richtwerte, die einen oberen Grenzbereich anzeigen für die Schadstoffbelastung des Klinkers und des Zements bzw. Grenzwerte für die Schadstoffbelastung der Abluft. Sie regeln den Output aus dem Zementsystem.

Richtwerte der Stoffbelastung

Diese bezwecken, dass nicht unkontrolliert und in Widerspruch zum Abfallleitbild Elemente im Zement «verdünnt» werden und so einer ökologischen Ressourcenbewirtschaftung verloren gehen. Es sind Richtwerte für den oberen Grenzbereich der Stoffkonzentration in den eingesetzten Abfällen. Sie werden aus den Stoffgehalten der Referenzmaterialien abgeleitet. Sie regeln den Input ins Zementsystem.

Positivlisten

Diese bezwecken, dass bestimmte Abfälle, deren Verwertung im Zementwerk überwiegende ökologische und abfallpolitische Vorteile aufweist, unter klar festgelegten Auflagen und Kontrollen eingesetzt werden – auch wenn gewisse Stoffgehalte die Belastungs-Richtwerte überschreiten. Die Positivlisten führen Abfälle auf, die eingehend geprüft wurden.

Anteil Ersatzbrennstoffe

Entsprechende Regelungen bewirken, dass klar definierte, schadstoffarme Massenabfälle aus der Industrie zur Verwertung im Zementwerk zugelassen sind. Dagegen sind unklar definierte, schadstoffreiche, vermischte Abfälle (etwa Hausmüll) davon ausgeschlossen. Die Regelungen sind einem Revisionsprozess unterworfen und werden kontinuierlich an veränderte ökologische und abfallpolitische Gegebenheiten angepasst.

© 2010 Ciments Vigier SA